Die Tanzgruppe der Augsburger Patrizier bewahrt ein Stück Augsburger Kulturgeschichte: Sie präsentiert auf Festen und kulturellen Veranstaltungen historische Tänze und Gewandungen aus dem Geschlecht der Augsburger Patrizier. Außerdem belebt sie die ursprünglich französische Tradition der sogenannten „Tableaux vivants“ (deutsch „lebende Bilder“) neu: Die Darsteller zeigen eine unbewegte Szene, indem sie „versteinern“ und so die Künstlichkeit des stillgelegten Lebens verdeutlichen. Doch diese Transformation ist brüchig, denn minimale Bewegungen zerstören die Illusion des Unbelebten und führen zu einer besonderen Kommunikation zwischen dem Objekt und dem Betrachter.

Die Kunst der Tableaux vivants

Die Kunstform der Tableaux vivants ist seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar. Im ausgehenden 18. Jahrhundert und im 19. Jahrhundert wurden „lebende Bilder“ zu einem zentralen szenischen Gestaltungsmittel, auf der Theaterbühne ebenso wie bei höfischen oder bürgerlichen Festen und fanden großen Anklang.

Ursprünglich hatten sie meist historische Inhalte, im Laufe der Zeit kamen Themen aus der klassischen Malerei und der Mythologie hinzu. Auch allegorische Figuren wie der Krieg, die Armut, die Habsucht oder auch die Pest wurden dargestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildeten aufwendige Theater-Tableaux in den großen Städten ein beliebtes Freizeitvergnügen. Noch heute finden die „lebenden Bilder“ Verwendung, z. B. bei den Oberammergauer Passionsspielen. Dort werden zwischen den einzelnen Aufzügen Szenen aus dem Alten Testament dargestellt. In der Kunstform der „Living Mannequins“, auch „Lebende Statuen“ genannt, lebt diese Tradition ebenso fort. Wem sind sie nicht schon in Fußgängerzonen oder auf Festivals begegnet? Allerdings sind „lebende Bilder“ im engeren Sinn keine Solodarbietungen, sondern Gruppenbilder.

Worin liegt nun der besondere Reiz der Tableaux vivants? Es ist wohl der eigenartige Zeiteffekt, den „lebende Bilder“ verursachen. Die Darsteller versinken in Starre und Versteinerung, verharren ungewöhnlich lange in einer regungslosen Pose, den Blick ins Leere gerichtet. Sie werden zu statuenhaften Figuren der Künstlichkeit. Doch schon minimale Bewegungen zerstören diese Illusion des Unbelebten und führen zu einer eigenartigen Kommunikation zwischen dem Objekt und dem Betrachter.

„Nichts ist dem Menschen so unentbehrlich wie der Tanz.“

Molière

Galerie

Fugger- und Welsermuseum 20.05.2017

Geschlechter- und Patriziertänze anlässlich der Veranstaltung „Nachts im Museum“.

Schaezlerpalais 11.06.2014

Tanz und Tableaux vivants mit Gewändern und Tänzen aus der Zeit des Barock.

Termine

In Kürze finden Sie hier alle aktuellen Auftrittstermine sowie die Trainingszeiten der Augsburger Patrizier. Übrigens freuen wir uns stets über neue Mitglieder (bevorzugt Paare). Kommen Sie einfach zu einem der Trainingstermine vorbei.

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